Licht und Tunnel Pix 2001Viele sagen:
Wer wird uns Gutes schauen lassen?
Erhebe, HERR,
über uns das Licht deines Angesichts!

Psalm 4,7


Foto: Peter H. (Tama66)


Wer kennt ihn nicht – den Spruch vom Licht am Ende des Tunnels? Am Beginn des Jahres 2021 scheint er besonders gut zu passen. Denn nicht wenige Menschen werden das zurückliegende Jahr 2020 für „unterirdisch“ halten. Die üblichen Silvestersprüche „Frohes Neues“ und „….vor allem Gesundheit“ haben sich als das erwiesen, was sie sind: ungedeckte Checks und leere Worte. Denn wie es wirklich kam, haben wir erlebt und wohl niemand hätte das vermutet! Corana – wie man verkürzend die weltweite Seuche nennt, hat aber im Grunde nur altbekannte Tatsachen in vielen Bereichen brutal aufgedeckt und ins Bewusstsein zurückgerufen. Wir haben lange verdrängt, dass unser Gesundheitssystem, genau wie die schulische Bildung auf der finanziellen Intensivstation lag und dort nur noch die wichtigsten Lebensfunktionen aufrechterhalten wurden. Wir haben lange verdrängt, dass Wachstum nach dem Motto „immer schneller, immer weiter, immer mehr…“ vielleicht einen lebensbedrohlichen Preis haben könnte. Wir haben lange verdrängt, dass es Alte und Schwerkranke in renditeorientierten Pflegeheimen und überforderten Familien gibt und auch dass wir einmal zu ihnen gehören werden. Wir haben lange verdrängt, dass wir „mitten im Leben vom Tode umfangen“ sind (so der mittelalterliche Lyriker Notker I. von Sankt Gallen) und Covid19 nur eine Sterbemöglichkeit ist, die uns jederzeit kalt erwischen kann. Selbst die Querdenker dieser Tage, die manchmal zu Unrecht als Querulanten gestempelt werden, kommen an diesen Tatsachen nicht vorbei. Das Ende der großen Partytime von Karneval über Kreuzfahrtschiffe und Volksfeste, ja selbst in den sehr eingeschränkten Familienfeiern bis hin zum Weihnachtsfest, brachte tatsächlich eine Chance zur Besinnung. Ob sie genutzt wird auf dem Weg durch 2021? Oder ist das Licht am Ende des Tunnels der aufleuchtende Impfstoff, der die geliebte Vergangenheit endlich zurückbringt. Diese wird gerne mit dem Begriff der „Normalität“ umschrieben. In einer aktuellen, repräsentativen Marktforschungsuntersuchung der Tankstellenkette HEM wurde ermittelt, dass sich 80 Prozent der Deutschen, wieder zu einem normalen Alltag zurücksehnen. Fast genauso viele wünschen sich und ihren Familien Gesundheit und eine knappe Hälfte der Befragten kann es kaum erwarten, möglichst bald wieder die Koffer zu packen. Aber was kommt und geht wirklich 2021?

Soviel steht fest, es wird in vielen Bereichen das Unerwartete sein, das letztlich auch ängstigen kann und genau deshalb durch die urmenschliche Eigenschaft der positiven Verdrängung bekämpft wird, gemäß dem kölschen Spruch: >et is noch immer jut jegange<.
Aber das ist eine wohl Jahrtausende alte menschliche Eigenschaft das Leben nach vorne zu meistern: denke positiv!
Das alte biblische Psalm-Wort des Monatsspruchs (s.o) beschreibt nichts anderes. Zum einen zitiert der Psalmist die ununterdrückbare Frage nach der menschlichen Zukunft und dem möglichen Guten darin. Aber für ihn ist das Licht am Ende des Tunnels ein Gott, der den Weg ausleuchtet und Orientierung gibt. Damit ist die Wegstrecke durch eine neue Zeit nicht mit einer unbegründeten Hoffnung oder einer diffusen Angst gekennzeichnet, sondern durch einen über sich selbst hinausweisenden Optimismus. Treffend formuliert dies auch der Psalmistenkollege aus Psalm 27,1: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken? 
Aber es lohnt sich nicht, an diesen Herrn und Gott zu glauben, wenn man damit auch glaubt, eine glückliche, ungetrübte persönliche Zukunft und einen beleuchteten Lebenstunnel zu haben. Aber wer sollte sich erschrecken, wenn er wissen darf, dass er am Ende im Lichte Gottes sein darf, das schon jetzt Orientierung und Hoffnung gibt, obschon wir (vielleicht) noch nicht am Ende unseres zeitlichen Tunnels sind? Das ist DER Grund mutig weiterzugehen und sich und sein Leben in einer neuen Gegenwart zu verändern, weit hinaus über den

Januar Anno Domini 2021

© D.E.

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