Christusgemeinschaft Oer-Erkenschwick e. V.

Bild Freundlichkeit MoSpru1906

Es gibt sicher kaum noch Menschen und schon gar keine digitalisierten, die ihn nicht kennen, den freundlichen Smiley oder wie man auch übersetzen könnte, das „Grinsegesicht“. Wer WhatsApp, E-Mails oder inzwischen gar nicht mehr so moderne digitale Medien benutzt, kommt sicher nicht mehr an ihm vorbei. Aber lange bevor Handys diese Bildchen für alle farbig möglich machten, hat sie der Werbegrafiker Harvey Ball bereits 1963 im Schwarz-Weiß-Zeitalter erfunden. Damals hatte er für eine Versicherungsgesellschaft den Auftrag bekommen, sich etwas einfallen zu lassen, um mit einem freundlichen Signal irgendwie das Betriebsklima zu verbessern, -auch heute ist das sicher unvermindert ein großes Thema. So schlug er ganz simpel eine Anstecknadel mit einem Smiley vor. Er erhielt für die Idee genau 45 Dollar, verpasste auch noch das Patent für seine Erfindung und profitierte so nie vom weltweiten Siegeszug seines Symbols.
In Deutschland werden nach einer Umfrage Smileys mit dem Lächeln am meisten verwandt (ca. 50%). Die Psychologen kommen zu noch erstaunlicheren Ergebnissen. Werden Smileys unter an sich negative Textnachrichten gesetzt, so wird die Botschaft viel positiver interpretiert. Weil damit offensichtlich also unsere Emotionen auf geheimnisvolle Weise gesteuert werden, ist der heute gängige Begriff „Emojis“ sicher auch treffend.
Es bedarf jedoch nicht der modernen Wissenschaften, um über die Wirkungen von Freundlichkeit zu reden. Der biblische Monatsspruch für den Juni ist diesmal wirklich aus einer Sprüche-Sammlung. Er entstammt dem alttestamentlichen Buch der Sprüche Salomos mit den Erfahrungenschätzen von vor rund 3000 Jahren. Sollte dies wirklich ein Originalspruch aus jener Zeit des großen jüdischen Königs Salomo sein, so könnte man auch ein Stück seiner erfolgreichen Politikertaktik darin sehen. Wie oft mag wohl dieser geschickte König Verhandlungspartnern >Honig um’s Maul< geschmiert haben? Und bis heute kennen wir diese Strategie gut, nicht nur im Geschäftsleben. Die moderne Technik feilt diese Freundlichkeitstechnik sogar immer weiter aus. Die Kölner Unternehmensberaterin Tanja Baum gründete sogar eine „Agentur für Freundlichkeit“. Ihr ging es darum, Mitarbeitern die Wirkung von Freundlichkeit zu verdeutlichen und sie darin zu schulen. Und wer ist nicht schon mal mit einer Beschwerde oder Unzufriedenheit an einen Firmenmitarbeiter geraten, der uns superfreundlich (manche sagen auch sch…..freundlich) begegnete?! Am Ende war unser Problem nicht gelöst, aber irgendwie fühlten wir uns ergebnislos verstanden. Aber schon bald danach wachte unser Inneres auf und wir enttarnten diese Freundlichkeit als das was sie war und ist: unecht, aufgesetzt und strategisch absichtsvoll. „Land des Lächelns“ so nannte Franz Lehar einst seine Operette. In einer Liedpassage heißt es: “Immer nur lächeln und immer vergnügt (…) doch niemals zeigen sein wahres Gesicht.
Ist das vielleicht auch die Botschaft des Sprüche-Sammlers Salomo? Auch er wird um diese menschlich unvermeidliche Ebene der gespielten Freundlichkeit gewusst haben. Hat der Kunde nicht z.B. in der Tat das Recht auf einen freundlichen Verkäufer und auch dann, wenn es dem aber innerlich aus familiären Gründen gerade gar nicht gut geht? Und wie viel Überlegung braucht man, um zu erkennen, dass Unfreundlichkeit negative Rückwirkungen hat: … wie man in den Wald…? Aber im Spruch Salomos wird noch von einer anderen Rückkoppelung geredet. Freundlichkeit wirkt nicht nur nach außen, sondern auch auf die eigene Seele positiv. Doch nur dann, wenn sie nicht Teil eines Rollenspiels ist! Aber wie gelange ich zu einer „echten“ Freundlichkeit, vielleicht sogar demgegenüber, der eher als mein Feind als mein Freund auftritt? Wer ist dazu in der Lage? Der Verfasser dieser Zeilen schaut als Christ da ein wenig beschämt in sich hinein. Aber genau das ist die christliche Grundhaltung: „freundlich gegen jedermann (zu sein), lehrhaft, der die Bösen tragen kann (2. Timotheus 2.24;Kolosser 3.12). Und damit ist keine christliche Geschäftigkeit gemeint und sicher auch nicht jenes Dauerlächeln ohne Hintergrund. Das war selbst Jesus fern (Mk-11,15), der durchaus seinem Zorn mal freien Lauf lassen konnte. Es geht vielmehr um eine Grundhaltung zu Menschen, die etwas mit jener Menschenwürde zu tun hat, über die heute oft geredet wird. Diese ist nicht am freundlichen Gesicht festzumachen. Es gibt auch ein Menschen verachtendes Lächeln! Und auch das ist eine uralte Menschheitserfahrung (s. Psalm.28, 3).
Der Gott von dessen Existenz Christen und Juden überzeugt sind, wird in den biblischen Zeugnissen vielfach als den Menschen freundlich und gütig zugewandt beschrieben (Psalm 118.29;1. Chronik 16.34). Und auch der als Sohn Gottes benannte Jesus fordert ausdrücklich mehrfach zur Freundlichkeit auf und zwar nicht nur gegenüber Freunden (Matthäus 5.47). Aber das ist gewiss einfacher geschrieben als getan. Ohne eine innerlich gewirkte Freundlichkeit geht es nicht. Dazu gehört jene innere Freiheit, die befreit ist von der normalen menschlichen Psyche, die Unfreundlichkeit natürlich mit Unfreundlichkeit beantwortet. Der biblische Paulus der Gefallen am Tod der Christen hatte, bevor er selbst einer wurde, hat in seinem Brief an die Galater (Gal. 5, 16.ff.) den entscheidenden Hinweis gegeben, dass der innere Sieg über die negativen menschlichen Elemente selbst von dem freundlichen Gott bewirkt werden, mit seinen Worten: sie sind eine Wirkung des göttlichen Geistes, der Heilung will für Glieder und Seele. Einfacher gesagt: Gott selbst setzte den ersten Smiley in seiner freundlichen Zuwendung zum Menschen, die in Jesus Christus ihren Höhepunkt fand.
Wenn das kein Grund zum echten „Smilen“ ist im

Juni Anno Domini 2019!

© D.E.

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