Christusgemeinschaft Oer-Erkenschwick e. V.

Kurzandacht

mars 67522 1280 5 

Ich danke dir dafür,
dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke;
das erkennt meine Seele.

Psalm 139,14

 

 

 

Vor ein paar Tagen ist er mit einer Rakete gestartet – der Roboter „Perseverance“. Am 18.Februar 2021 soll er seine lange Reise beenden und sein Ziel auf dem Mars erreichen. Hervorragende TechnikerInnen und IngenieurInnen haben ihn ersonnen und gebaut. Er ist Dank menschlicher Intelligenz wunderbar gemacht. Er kann mit 23 Kameras filmen und fotografieren, Bodenproben nehmen und diese gleich chemisch analysieren, Geräusche aufnehmen und geradezu die Marsluft schnuppern. Damit noch lange nicht genug, er ist der erste Rover, der auch einen kleinen Hubschrauber an Bord hat, der in der dünnen Mars-Atmosphäre fliegen kann. Kurz: ein Wunderwerk menschlicher Schaffenskraft ist da unterwegs. Seinen für deutsche Ohren gewöhnungsbedürftigen Namen hat er von einem Schüler eines 7. Schuljahres, der sich wohl in einem Wettbewerb überlegte, welche Eigenschaft der Rover für seine Mission benötigt. Und da fiel ihm vor allem Ausdauer und Beharrlichkeit ein. Das ist ein in mehrfacher Hinsicht gut gewählter Name, denn er weist auch darauf hin, was nahezu alle Weltraummissionen auszeichnet: Mit Ausdauer und Beharrlichkeit suchen die Menschen nach Leben außerhalb des Planeten Erde. Es kann doch nicht sein, dass es nur exklusiv bei uns Leben gibt!?
Bislang verschweigt der Weltraum dazu jedoch die Antwort. Und selbst, wenn es gelänge die biologischen Zutaten des Lebens -etwa die Aminosäuren - irgendwo zu entdecken, wie weit ist der Weg aber dann doch noch zu einem menschlichen Wesen, das sich z.B. über seine Existenz und eine Marsmission Gedanken machen kann? Natürlich beruhigt sich die Wissenschaft damit, dass Zeit eine unendliche Rechnungsgröße sein muss, um den Zufall zu optimieren.
Blicken wir nur rund 2500 Jahre zurück. Da schaute jemand zum Himmel, der den Mars nur als ein Geschöpf seines Gottes sah(s. 1.Mos.1, 14-18). Das war im Umfeld der Völker seinerzeit keineswegs eine selbstverständliche Anschauung. In der babylonischen oder römischen Mythologie etwa wurden Gestirne als Götter begriffen.
War es vielleicht eine schöne, klare August-Nacht als der Dichter des 139. Psalms im vorderen Orient selbstversunken, aber doch hellwach zum Himmel blickte und feststellte: „Führe ich gen Himmel, so bist du da (Ps. 139,8). Gleichzeitig überkommt ihn ein Gefühl des Staunens und eine großen Dankbarkeit. Wie wunderbar hat sein Schöpfer alles gemacht! Nicht wenige Bücher unserer Zeit und mit ihnen die Wissenschaftler sprechen angesichts der Vielfalt und der Komplexität des Lebens vom „Wunderwerk Mensch“. Aber den letzten Schritt gehen viele von ihnen nicht mit: Der Mensch ist Geschöpf Gottes und hat sich nicht aus dem Nichts entwickelt. Erst mit dieser Feststellung tritt jedoch neben das Staunen der Dank an jenen Schöpfer, den der Psalmist wie selbstverständlich und fasziniert ausspricht. So ist die Frage an den Ursprung des Lebens immer auch eine Frage nach einem Gott, der für dieses Design verantwortlich sein könnte. Und dem Leben auf die Spur zu kommen, ist immer neu eine umfangreiche Herausforderung, der sich menschliche Intelligenz diesmal in Gestalt des Mars-Rovers stellt. Aber zu beschreiben, was eigentlich Leben ist, ist nicht einmal auf der Ebene eines Einzellers wissenschaftlich zu beantworten. Wir werden in einigen Monaten erfahren, was der Roboter „Perseverance“ dazu herausfinden wird. Allerdings gibt es ein großes Risiko, was wohl alle Techniker im NASA-Kontrollraum auf der Erde fürchten. Es ist der nicht sehr wahrscheinliche, aber mögliche Abriss der Funkverbindung zum Roboter. Auch der Psalmist redet über ein ähnliches Problem. Er gibt zu biblischem Protokoll, dass seine „Antenne“ ihm die Möglichkeit eröffnet „online“ zu sein und dadurch den Schöpfer hinter den wunderbaren irdischen Werken zu erkennen: „Das erkennt meine Seele“, so schreibt er. Seele ist nicht das irgendwo im Körper versteckte, nicht stoffliche Bauteil innerhalb eines Menschen, wie wir es oft griechisch tradiert missverstehen! Es ist die göttliche „Antenne“, die jeder Mensch Zeit seines Lebens in sich hat, eingeschaltet oder ausgeschaltet, mit klarem oder gestörtem Empfang. Hier liegt im Grunde die Schnittstelle zu den Religionen, das Spüren eines über den Menschen Hinausweisende. Gott hat einst das biologische Wesen Mensch beseelt, treffender in der Sprache des Alten Testament gesagt: beatmet (s. 1. Mos. 2,7). Der Ruach (hebr.) Gottes ist in uns.
Diesem Atem Gottes nachzuspüren ist die jedem Menschen aufgegebene Erkenntnisreise. Sie beginnt mit dem Freischalten der Verbindung. Christen nennen das: Gebet.
Gott selbst hat ein großes Interesse daran, dass wir durch die Verbindung mit ihm ans Ziel gelangen (s. Jer.29, 12-14). Von dort kommt unser Sprichwort: Wer suchet, der findet. Aber genau dazu benötigen wir auch die Eigenschaften des Mars-Rovers: Ausdauer und Beharrlichkeit. So haben wir die Möglichkeit, den Ursprung allen Lebens zu entdecken und darin zum Lebenssinn zu gelangen, vielleicht schon im

August Anno Domini 2020

© D.E.

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