Christusgemeinschaft Oer-Erkenschwick e. V.

Kurzandacht

Christus Rio.2

 

 

 

Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborne
der ganzen Schöpfung    
Kolosser 1,15

Foto: Jaesung An

 

 

 

In welchem Land und auf welchem Berg steht diese überdimensionale Skulptur?
Weltweit sind solche Quiz-Fragen zu allen Zeiten beliebt und fordern heraus. Sie werden heute oft u.a. in Fernsehsendungen, Apps, Gesellschaftsspielen u.v.m. gestellt. Kandidaten, interessierte Zuschauer und Zuschauerinnen, testen dort aus einem inneren Antrieb heraus gerne ihr Wissen, nicht nur um Millionär zu werden. Stellte man dem bekannten Günter Jauch die o.g. Frage, hätte er sehr wahrscheinlich in ein paar Sekunden die richtige Antwort gewusst. Das Original ist rund 30 Meter hoch und hinzu kommt noch ein 8 Meter hoher Sockel. Für Touristen aus vielen Staaten ist sie an jenem Standort ein beliebtes Fotomotiv, inzwischen auch eine Wallfahrtsstätte gläubiger Menschen und für das Land ein bekanntes Wahrzeichen. Es zeigt eine Christusfigur, die an ein altes Kinderspiel erinnern könnte: >Komm in meine Arme<. Solange es das Christentum gibt, haben Menschen diesen Jesus von Nazareth, der zum Christus wurde, bildlich dargestellt. Es gäbe Facebook nicht, wenn wir Menschen nicht auch visuell stark orientiert wären. Wie aber der Mensch Jesus wirklich ausgesehen hat, wissen wir nicht. Anders als etwa bei dem prophetischen Täufer Johannes gibt es in den biblischen Schriften keine Informationen über Aussehen und Lebensweise des Jesus von Nazareth. Viele Darstellungen von ihm mit Bart und langen Haaren gehen vermutlich fehl, da in der Antike dieses Outfit keineswegs zum normalen Erscheinungsbild gehörten (s.a. 1.Kor.11,14). In den Wandmalereien der römischen Katakomben wurde Jesus z.B. oft ohne Bart und mit kurzen Haaren dargestellt. Jesus war vermutlich optisch ein durchschnittlicher junger Mann um die 30, denn wenn er etwas Besonders an sich gehabt hätte wie der genannte Johannes, wäre es in den Schriften sicher irgendwo beiläufig erwähnt worden. Aber auch die o.g. Bibelstelle aus dem Kolosser-Brief zeigt, dass es nicht darum ging, die Gestalt von Jesus zu beschreiben, sondern die Botschaft des Christus, denn das dort genannte „Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ kann sich selbstverständlich nicht auf Äußerlichkeiten beziehen. In der griechischen Fassung dieses Textes steht für Ebenbild das Wort „eikón“ εκών, was man mit Ikone oder frei gedacht mit dem heutigen Wort Icon übersetzen kann. Es gibt wohl keine Software, die ohne solche weiterleitende Icons auskommt. Diese Bildchen vereinfachen komplexe Zugriffe und steuern buchstäblich das Verständnis und den Fortschritt der Programme. So ähnlich verwendet der Apostel Paulus in seinem Brief an die Kolosser den Begriff Ebenbild. Es geht ihm nicht um Äußerlichkeiten, sondern wer sich mit Jesus befasst, wird weitergeleitet zu einem Verständnis des verborgenen Gottes. Im Johannes Evangelium wird berichtet, wie ein Jünger mit Namen Philippus gerne Gott sehen wollte, sicherlich mit dem Hintergedanken den letzten, ausreichenden Beweis für seinen Glauben zu bekommen. „Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater.“(Joh. 14,9) Anders gesagt, wer sich mit dem Leben des Jesus von Nazareth beschäftigt, erfährt viel über Gott. Damit ist nicht gemeint, dass Jesus Gott als Erstgeborener genetisch wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Auch diesen Begriff verwendet Paulus, um die Einzigartigkeit von Jesus als dem Christus bildlich hervorzuheben, der den Menschen den Weg zu Gott ermöglicht hat. Damit gerät das Ostergeschehen in den Blick, an das wir in diesen Tagen erinnert werden. Jesus ist als Christus der erste der Auferstandenen (1.Kor.15, 20) und hat diese Option allen Menschen ermöglicht und sie vom Fluch des Todes erlöst.
So wurde Jesus durch Gottes Willen zum Erlöser zum >Cristo Redentor< wie es die Brasilianer sagen, deren Christusstatue auf dem Berg Corcovado gegenüber dem nicht nur in Rio bekannten „Zuckerhut“ weithin sichtbar steht. Die ausgebreiteten Arme sind die Einladung an die Menschen sich ihm anzuvertrauen und nicht nur damit ihn, sondern so auch Gott kennenzulernen.

Kommen wir in die Arme des Erlösers im österlichen

April Anno Domini 2021

© D.E.

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